Digitale Kfz-Zulassung und Abmeldung für Vielnutzer: Die besten Anbieter im Check (Update 2026)

Seit September 2023 revolutioniert i-Kfz Stufe 4 die digitale Fahrzeugzulassung für gewerbliche Kunden. Mit der Großkundenschnittstelle (GKS) können juristische Personen mit über 500 Zulassungsvorgängen pro Jahr Fahrzeuge bundesweit vollständig digital an-, ab- und ummelden – ohne physischen Behördengang, ohne Wartezeiten, mit sofortiger Rechtswirksamkeit. Für Autohäuser, Flottenbetreiber und Export-Händler entsteht so eine Effizienzsteigerung von bis zu 70 Prozent bei gleichzeitiger Reduzierung von Fehlerquoten.

Doch nicht jeder Anbieter nutzt die technischen Möglichkeiten gleichermaßen. Wir analysieren drei markante Player: Den etablierten ADAC, den digitalen Spezialisten Mobility Market und den export-orientierten Dienstleister zulasser.online – und zeigen, wer für welchen Anwendungsfall die beste Lösung bietet.

ADAC Zulassungsservice: Vertrauen durch Präsenz

Der ADAC positioniert seinen Zulassungsservice primär als Mitgliederbenefit für Privat- und Kleingewerbekunden. Über 30 regionale Center in Deutschland dienen als physische Annahme- und Ausgabestellen, betrieben in Kooperation mit der TÜV Rheinland Plus GmbH.

Besonderheiten für Vielnutzer

Der ADAC-Service folgt einem hybriden Modell: Zwar können Mitglieder Unterlagen in den Geschäftsstellen abgeben, die eigentliche Zulassung erfolgt jedoch konventionell über die jeweiligen Zulassungsbehörden – nicht direkt über die GKS. Das macht den Service für Vielnutzer weniger attraktiv:

  • Keine direkte GKS-Anbindung: Der ADAC fungiert als Bevollmächtigter, nicht als registrierter Großkunde mit eigener Schnittstelle
  • Fokus auf Privat: Die Mengenrabattierung bleibt hinter spezialisierten B2B-Anbietern zurück
  • Physische Abhängigkeit: Kennzeichen und Dokumente müssen im Center abgeholt werden

Kostenstruktur

Der Service setzt sich aus drei Komponenten zusammen: einer ADAC-Servicepauschale von 5,00 € (für Mitglieder) sowie Paketpreisen des TÜV Rheinland für die Abwicklung (49 € bis 149 € je nach Vorgang). Für gewerbliche Vielnutzer fehlt eine transparente API-Integration oder automatisierte Massenabwicklung.

Fazit: Ideal für den individuellen Händler mit sporadischem Zulassungsbedarf und ADAC-Mitgliedschaft, der Wert auf persönliche Beratung vor Ort legt. Für digitale Flottenprozesse oder API-gesteuerte Massenzulassungen ungeeignet.

Mobility Market: API-First für digitale Workflows

Mobility Market (mobility.market) positioniert sich als digitale Plattform für Autohändler und Fuhrparkmanager. Das Unternehmen bietet eine reine Software-as-a-Service-Lösung ohne physische Standorte.

Technische Integration

Die Plattform punktet mit einer nutzerfreundlichen Oberfläche für digitale Abmeldungen (19,90 € Festpreis). Für gewerbliche Kunden bietet Mobility Market einen dedizierten Händlerbereich mit folgenden Features:

  • Massenabwicklung: Mehrere Fahrzeuge gleichzeitig zur Abmeldung auswählen
  • Status-Tracking: Echtzeit-Überblick über alle laufenden Zulassungsvorgänge
  • Dokumentenmanagement: Archivierung und Export von Abmeldebescheinigungen
  • API-Schnittstellen: Anbindung an bestehende Dealer Management Systeme (DMS) möglich

Die Plattform nutzt die i-Kfz-Infrastruktur, agiert jedoch als Frontend-Optimierer. Besonders für Händler mit eigenem DMS, das nicht GKS-fähig ist, bietet Mobility Market eine Zwischenschicht zur Digitalisierung.

Skalierbarkeit

Flottenmanager profitieren von Mengenrabatten und monatlicher Sammelabrechnung statt Einzeltransaktionen. Die Geld-zurück-Garantie bei fehlgeschlagener Online-Abmeldung minimiert das operative Risiko.

Fazit: Die beste Wahl für mittelständische Autohäuser und Flottenbetreiber, die ihre bestehende Software-Infrastruktur behalten möchten, aber dennoch digitale Effizienz gewinnen. Nicht optimal für Export-Händler mit komplexen Zollkennzeichen-Anforderungen.

zulasser.online: Speed und Export-Expertise

zulasser.online agiert als bundesweit operierender Zulassungsdienstleister mit Fokus auf Geschwindigkeit und spezialisierte Fahrzeugklassen. Mit über 10.000 Kunden und Festpreisen ohne versteckte Kosten positioniert sich der Anbieter als transparente Alternative.

Spezialisierung Export und Kurzzeit

Für Exporteure und Händler mit internationalem Geschäft bietet zulasser.online maßgeschneiderte Pakete:

  • Zollkennzeichen (14 Tage): 249,00 € inkl. Versicherung und Steuer
  • Zollkennzeichen (30 Tage): 269,00 € für EU-Ausfuhr oder Überführung
  • Kurzzeitkennzeichen: 119,00 € bis 129,00 € je nach Versicherungsumfang
  • Express-Verfahren: Bearbeitung innerhalb von 24 Stunden möglich

Der Service deckt den kompletten Papierkrieg ab – von der eVB-Nummer-Beschaffung bis zum internationalen Fahrzeugschein.

Prozessoptimierung

Die Plattform verzichtet auf physische Standorte und bearbeitet Anträge digital bei den zuständigen Zulassungsstellen. Für Vielnutzer fehlt jedoch die direkte GKS-Anbindung als registrierter Großkunde; die Abwicklung erfolgt über konventionelle Bevollmächtigungen.

Fazit: First-Pick für Export-Händler und Spezialfahrzeug-Überführer, die schnelle Zollkennzeichen und unkomplizierte Abwicklung benötigen. Für Großflotten mit über 500 jährlichen Vorgängen nicht die kosteneffizienteste Lösung aufgrund fehlender GKS-Direktanbindung.

Alternativ: Premium-Zulasser für GKS-Direktzugang

Für Autohäuser mit über 500 Zulassungen pro Jahr, die tatsächlich die Großkundenschnittstelle (GKS) direkt nutzen wollen, ist die Genossenschaft Premium-Zulasser (vom TÜV Rheinland initiiert) zu erwähnen. Mit einer Investition von 250.000 € in i-Kfz-Stufe-4-Anbindung bieten die 55 angeschlossenen Zulassungsdienstleister eine hybride Softwarelösung, die digitale GKS-Prozesse mit analoger Flexibilität verbindet. Hier registriert sich das Autohaus selbst als Großkunde beim KBA (Einmalgebühr: 3.220 €) und nutzt die Software-Infrastruktur der Premium-Zulasser-Genossenschaft.

Vergleichstabelle: Die Anbieter im Überblick

Anbieter Zielgruppe i-Kfz Integration Besonderheiten Preisstruktur
ADAC Privat, Kleingewerbe, Einzelhändler Nein (Bevollmächtigtenmodell) 30+ physische Center, TÜV-Partnerschaft, persönliche Beratung 5 € Service + 49-149 € Paket (TÜV) + amtliche Gebühren
Mobility Market Autohäuser, Flottenbetreiber (Mittelstand) Teilweise (Frontend für i-Kfz) API-Schnittstellen, Händler-Dashboard, Massenabwicklung, Sammelabrechnung 19,90 € pro Abmeldung (Mengenrabatte ab 10+ Vorgängen)
zulasser.online Export-Händler, Spezialfahrzeug-Überführer, Eilaufträge Nein (Portal-Lösung) Express-Service (24h), Zollkennzeichen-Spezialist, Festpreise inkl. Versicherung Anmeldung: 129 €
Abmeldung: 35 €
Zollkennzeichen: 249-269 €

Empfehlung: Welcher Anbieter passt zu wem?

Für das klassische Autohaus (bis 500 Zulassungen/Jahr):
Mobility Market bietet die beste Balance aus Digitalisierung und Flexibilität. Die API-Schnittstellen ermöglichen die Integration in bestehende DMS-Systeme, während die Sammelabrechnung die Buchhaltung entlastet.

Für Export-Händler und Überführungsfahrten:
zulasser.online ist der Spezialist für Zollkennzeichen und Kurzzeitlösungen. Der Festpreis inklusive Versicherung und Steuer eliminiert Überraschungen bei der Kalkulation.

Für den etablierten Einzelhändler mit ADAC-Mitgliedschaft:
Der ADAC-Zulassungsservice bleibt eine solide Option für sporadische Vorgänge, bei denen persönliche Beratung wichtiger ist als Durchlaufzeit.

Für Großflotten und Konzernbetriebe (über 500 Zulassungen/Jahr):
Direkte GKS-Registrierung beim KBA (3.220 € einmalig) in Kombination mit Premium-Zulasser-Software oder eigener IT-Anbindung. Die Einsparungen bei Gebühren (Online-Gebühren sind bis zu 60 % niedriger als vor Ort) amortisieren die Registrierungskosten bei hohem Volumen innerhalb weniger Monate.

Wichtiger Hinweis zur GKS-Registrierung:
Unternehmen mit über 500 Zulassungsvorgängen pro Jahr sollten die Registrierung als Großkunde beim Kraftfahrt-Bundesamt prüfen. Nur so entfällt die Bevollmächtigtenkette vollständig, und Vorgänge werden tagesgenau statt mit Postlaufzeiten abgewickelt. Die Entscheidung für einen Zulassungsdienstleister sollte daher immer vor dem Hintergrund der eigenen IT-Infrastruktur und des jährlichen Volumens getroffen werden.